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Säule 3a: wie viel Steuern sparen Sie wirklich?

Von Jim Baumgartner · Veröffentlicht am 15. Mai 2026 · Aktualisiert am 8. September 2026 · Lesezeit 8 Min.

Die Säule 3a wird überall als «Steuerabzug» verkauft. Das ist richtig, sagt aber das Wesentliche nicht: zwei Personen, die genau denselben Betrag einzahlen, sparen nicht dasselbe. Alles hängt von einer einzigen Zahl ab, die fast niemand kennt — dem eigenen Grenzsteuersatz.

1. Ein Abzug, kein Geschenk

Die Einzahlung in die Säule 3a wird vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Es ist keine Steuergutschrift: der Staat gibt Ihnen keinen Prozentsatz der Einzahlung zurück, er tut so, als hätten Sie dieses Geld nie verdient. Die Ersparnis entspricht daher der Einzahlung multipliziert mit dem Satz auf Ihrem letzten Einkommensfranken.

Die Formel passt auf eine Zeile: Steuerersparnis = Einzahlung × Grenzsteuersatz. Eine Einzahlung von 7258 CHF spart 1452 CHF bei einem Grenzsteuersatz von 20 % und 2903 CHF bei 40 %. Gleicher Aufwand, doppeltes Ergebnis.

2. Die Maximalbeträge 2026

Der abziehbare Betrag ist nicht frei. Er hängt von Ihrer Zugehörigkeit zu einer Pensionskasse ab:

Arbeitnehmende mit Pensionskasse (2. Säule)7258 CHF
Selbständige ohne 2. Säule20 % des Erwerbseinkommens, max. 36 288 CHF
Einzahlung über dem Maximumnicht abziehbar

Der Maximalbetrag gilt pro Person und Kalenderjahr: ein Paar, bei dem beide arbeiten und versichert sind, kann also zweimal 7258 CHF einzahlen. Eine nicht getätigte Einzahlung ist dagegen endgültig verloren: im Gegensatz zur 2. Säule erlaubt die 3a keinen rückwirkenden Einkauf verpasster Jahre.

3. Was das konkret ergibt

Jahresersparnis bei einer maximalen Einzahlung von 7258 CHF, je Grenzsteuersatz:

Grenzsteuersatz 20 %1452 CHF
Grenzsteuersatz 25 %1815 CHF
Grenzsteuersatz 30 %2177 CHF
Grenzsteuersatz 35 %2540 CHF
Grenzsteuersatz 40 %2903 CHF

Anders gesagt: die 3a bringt umso mehr, je stärker Sie bereits besteuert werden. Bei bescheidenem Einkommen in einer steuergünstigen Gemeinde kann die Ersparnis unter 1000 CHF fallen; bei einer Kaderperson in Genf oder Lausanne übersteigt sie häufig 2500 CHF pro Jahr.

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4. Wie man seinen Grenzsteuersatz ermittelt

Er steht auf keinem amtlichen Dokument. Die einfachste Methode ist empirisch: berechnen Sie Ihre Steuer mit dem heutigen Einkommen und dann mit 1000 CHF mehr. Die Differenz, geteilt durch 1000, ist Ihr Grenzsteuersatz.

In der Schweiz liegt er meist zwischen 20 % und 40 %, hängt aber von drei Dingen ab: Kanton, Gemeinde und Familiensituation. Dasselbe Einkommen von 100 000 CHF hat in Zug und in Lausanne einen völlig anderen Grenzsteuersatz.

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5. Die Kumulation, das eigentliche Argument

Eine Jahresersparnis von 1815 CHF wirkt bescheiden. Über 25 Jahre wiederholt, sind es 45 375 CHF nicht bezahlte Steuern — und dieser Betrag wird, anders als das 3a-Kapital, nie besteuert, weil er Ihre Tasche nie verlassen hat. Dort wird das Instrument wirklich interessant, vorausgesetzt man macht es jedes Jahr.

Dazu kommt die Rendite des Kapitals selbst, die während der ganzen Laufzeit der Einkommenssteuer entgeht (Zinsen eines 3a-Kontos werden nicht besteuert) und der Vermögenssteuer (3a-Kapital gehört nicht zum steuerbaren Vermögen). Diese beiden oft vergessenen Befreiungen wiegen über zwanzig Jahre schwer.

6. Die Kehrseite: die Steuer beim Bezug

Das 3a-Kapital ist nicht für immer befreit. Beim Bezug wird es getrennt vom Einkommen und zu einem reduzierten Satz besteuert, der je Kanton und Betrag variiert. Dieser Satz bleibt weit unter der Ersparnis bei der Einzahlung — deshalb lohnt sich die Sache — aber er existiert, und er ist progressiv: je höher das in einem einzigen Jahr bezogene Kapital, desto höher der Satz.

Daher die verbreitetste und rentabelste Praxis: mehrere 3a-Konten eröffnen statt nur eines. Ein Bezug muss ein Konto immer vollständig auflösen; mit drei oder vier Konten staffelt man die Bezüge über mehrere Steuerjahre und bricht die Progression. Bezüge sind frühestens fünf Jahre vor dem Referenzalter möglich, was ein komfortables Fenster lässt.

Wichtig: eröffnen Sie alle paar Jahre ein neues 3a-Konto, statt immer dasselbe zu speisen. Das ist kostenlos und kann bei der Pensionierung mehrere Tausend Franken Steuern sparen.

7. Bank oder Versicherung?

Eine Bank-3a ist ein einfaches Konto: Sie zahlen ein, was und wann Sie wollen, und können folgenlos aufhören. Eine 3a-Versicherungspolice verbindet Sparen mit Risikodeckung, mit einer Einzahlungsverpflichtung über Jahre und Kosten, die am Anfang des Vertrags erhoben werden.

Bei einem Rückschlag ist die Folge brutal: eine Police vor Ablauf abzubrechen («Rückkauf») endet oft mit einem Rückkaufswert deutlich unter den bezahlten Prämien. Brauchen Sie eine Todesfall- oder Invaliditätsdeckung, ist es meist effizienter, sie separat über eine reine Risikoversicherung zu lösen und für das Sparen eine Bank-3a zu behalten.

8. Säule 3a und Immobilienkauf

Die Säule 3a ist eines der wenigen legalen Mittel, «harte» Eigenmittel zu bilden, also solche ausserhalb der 2. Säule. Die Banken verlangen nämlich, dass mindestens die Hälfte der 20 % Eigenmittel nicht aus der Pensionskasse stammt. Eine zehn Jahre gespeiste 3a deckt genau diesen Teil.

Zwei Verwendungen sind möglich: der Vorbezug (beim Bezug besteuert, aber das Geld wird Eigenkapital) oder die Verpfändung (das Konto wird verpfändet, nicht besteuert, und dient als Sicherheit). Nach dem Kauf erlaubt die indirekte Amortisation — in die 3a einzahlen statt der Bank zurückzuzahlen — den Abzug der Hypothekarzinsen zu erhalten und gleichzeitig Amortisationskapital aufzubauen.

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9. Grenzgänger: Achtung

Ein in der Schweiz AHV-pflichtiger Grenzgänger kann eine Säule 3a eröffnen. Steuerlich wirkt der Abzug aber nur, wenn er nach seinen tatsächlichen Abzügen besteuert wird — also wenn er die nachträgliche ordentliche Veranlagung als Quasi-Ansässiger verlangt, vor dem 31. März des Folgejahres. Beim Pauschaltarif der Quellensteuer senkt die 3a-Einzahlung gar nichts.

10. Die vier teuren Fehler

  • Im Dezember statt im Januar einzahlen. Die Steuerersparnis ist identisch, aber elf Monate Rendite gehen verloren. Über eine Karriere ist die Differenz alles andere als symbolisch.
  • Den Maximalbetrag überschreiten. Der Überschuss ist nicht abziehbar und bleibt bis zur Pensionierung gebunden: das Schlechteste beider Welten. Prüfen Sie den für Ihren Status geltenden Betrag vor der Überweisung.
  • Alles auf ein einziges Konto legen. Siehe oben: die Garantie für eine maximale Bezugssteuer.
  • Die Einzahlung nicht deklarieren. Der Abzug erfolgt nicht automatisch: die Bescheinigung von Bank oder Versicherung muss der Steuererklärung beigelegt werden. Ohne sie kein Abzug.

Häufige Fragen

Wie viel kann man 2026 in die Säule 3a einzahlen?

7258 CHF für Arbeitnehmende mit Pensionskasse. Für Selbständige ohne 2. Säule 20 % des Erwerbseinkommens, maximal 36 288 CHF. Der Betrag ist individuell: jeder erwerbstätige Ehegatte hat seinen eigenen.

Lohnt sich die 3a bei kleinem Einkommen?

Die Steuerersparnis ist gering: bei einem Grenzsteuersatz von 15 % bringt eine Einzahlung von 7258 CHF nur 1089 CHF. Die 3a bleibt ein gutes Sparvehikel ohne Vermögens- und Zinssteuer, doch das Steuerargument wiegt erst ab mittlerem bis höherem Einkommen wirklich. Ist Ihre Liquidität knapp, kommt ein verfügbarer Notgroschen vor gebundenem Kapital.

Kann man verpasste Jahre nachholen?

Nein. Anders als bei der 2. Säule, wo Einkäufe möglich und abziehbar sind, ist ein nicht genutztes 3a-Jahr endgültig verloren. Das ist das stärkste Argument für einen Dauerauftrag am Jahresbeginn.

Ist 3a-Kapital pfändbar oder vermögenssteuerpflichtig?

Das Kapital der Säule 3a gehört während der Sparphase nicht zum steuerbaren Vermögen und genirsst bei einer Privatkonkurs besonderen Schutz. Nach der Auszahlung wird es ein gewöhnliches Vermögen.

Was passiert mit der 3a beim Wegzug aus der Schweiz?

Der endgültige Wegzug ist einer der Gründe für einen Vorbezug. Das Kapital wird dann ausbezahlt und besteuert; der Abzug richtet sich nach dem Kanton des Stiftungssitzes und gegebenenfalls nach dem Doppelbesteuerungsabkommen mit Ihrem neuen Wohnsitzstaat.

Quellen und weiterführende Informationen:
  • Bundesamt für Sozialversicherungen — bsv.admin.ch: jährliche Grenzbeträge der Säule 3a.
  • Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen (BVV 3) — fedlex.admin.ch.
  • Eidgenössische Steuerverwaltung — estv.admin.ch: Besteuerung von Kapitalleistungen aus Vorsorge.
  • Kantonale Steuerverwaltungen: Tarife für Vorsorgebezüge.
⚠️ Informativer Artikel, keine Steuer- oder Vorsorgeberatung. Maximalbeträge und Tarife ändern sich jährlich, und die Besteuerung der Bezüge hängt von Ihrem Kanton ab. Prüfen Sie Ihre Situation bei Ihrer kantonalen Steuerverwaltung oder einer Fachperson.

Über den Autor

Jim Baumgartner entwirft und programmiert die Helvon-Rechner von La Tour-de-Trême im Kanton Freiburg aus, auf Basis der offiziellen öffentlichen Daten der Schweiz. Er ist weder Finanzberater noch Steuerexperte und verkauft kein Produkt: jedes Tool zeigt seine Formeln und Quellen, damit Sie selbst nachprüfen können. Methode, Quellen und Aktualisierungsrhythmus der Daten stehen auf der Seite über Helvon.